Hirnforschung: Andersdenken wird abgestraft

Dass Gruppenverhalten einen “Zwang” auf das einzelne Individuum ausüben kann, ist soweit nichts Neues. Und jeder kennt sicher Situationen, in denen er sich selbst als “mitziehendes Herdentier’chen” ertappt hat…

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Neues gibt es hier aber nun aus dem Bereich der Hirnforschung. Kürzlich erschienen im Neuron-Magazin die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Untersuchung, die eine Verbindung von sozialer Konformität und bestärkendem Lernen herstellt. Im Rahmen der Untersuchung haben Probanden Gesichter hinsichtlich der Attraktivität auf einer Skala bewertet. Beim anschließenden Vergleich mit der Gruppenmeinung wurde die individuelle Meinung dann regelmäßig in Richtung Gruppenmeinung angepasst. Hintergrund: per Magnetresonanztomographie wurde festgestellt, dass das Gehirn eines Individuums bei Nicht-Konformität in der Gruppe ein Fehlersignal sendet. Bei einer Abweichung von der Mehrheitsmeinung wird der “Belohnungsbereich” im Gehirn inaktiv und der “Bestrafungsbereich aktiv”.

Klar: Auch im in der Konsumentenforschung ist der Einfluss von Gruppen auf die Gruppenmitglieder nichts Neues. Aber dennoch lohnt es sich vielleicht noch einmal, die psychologische Gestaltung der aktuellen E-Mail-Marketing-Maßnahmen zu überdenken…? Anregungen:

  • Sollten Artikel z. B. im Newsletter bewertet werden können und die Bewertungen angezeigt werden? Wenn der Bewertungsmodus glaubwürdig ist und genügend (positive) Bewertungen vorliegen, könnte der Newsletter-Leser seine möglicherweise negative Meinung zugunsten der Mehrheitsmeinung korrigieren.
  • Sollte der Marketer verstärkt auf die Darstellung möglichst glaubwürdige, typischer Konsumenten als Testimonials zurückgreifen? Auch hier könnte könnte – bei hohem Identifikationspotenzial der Zielgruppe mit den Testimonials – die Meinung positiv beeinflusst werden.
  • Anzahl der Empfänger

    Schober Newsletter 1/09: Anzahl der Empfänger

    Sollte die Anzahl der Newsletter-Abonnenten im Newsletter angeführt werden?

Ob es was bringt? Ich weiß es nicht. Aber: Zum einen kann das Wissen um der jüngsten Untersuchungsergebnisse (“schlechte Vibrations müssen vom Gehirn bestraft werden 😉 “) nicht schaden. Und zum anderen kann ja im E-Mail-Marketing alles – auch ganz im Sinne der Wissenschaft – getestet werden. 🙂

(Via Dr. Web nach CNN.com)

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