Bilder in E-Mails mitsenden?

Standardmäßig werden in E-Mails (externe) Bilder bei den meisten E-Mail-Clients und Freemailern aus Datenschutzgründen nicht angezeigt, sondern müssen manuell per Mausklick nachgeladen werden. Aus Sicht des Marketers ist dies nicht unbedingt befriedigend, da (die unterdrückten) Bilder Werbebotschaften hie und da besser transportieren könnten, als reiner Text. Welche Möglichkeiten gibt es vor diesem Hintergrund, mehr aus den “bebilderten” E-Mails herauszuholen?

Der Marketer kann zunächst einmal die Empfänger z. B. dazu anhalten, die Absender-Adresse in das persönliche E-Mail-Adressbuch einzutragen. Bei E-Mails von diesen vertrauenswürdigen Quellen, die im persönlichen Adressbuch des Empfängers vermerkt sind, laden viele Clients fortan direkt auch externe Bilder.

Daneben können – was vielfach unerwähnt bleibt – Bilder auch in den E-Mails eingebunden und mitversendet werden (so genanntes “inline attachment”), sofern dies vom ESP oder Versandprogramm unterstützt wird.[1] Vorteil: die mitgelieferten Bilder bergen kein Datenschutz-Risiko und werden somit immer angezeigt. Der Nachteil dieser Vorgehensweise ist allerdings, dass das E-Mail-Gewicht hierbei plötzlich um ein vielfaches höher sein kann, als bei einer Mail ohne Bilder. Zum einen bedeutet der Nachteil aus Sicht der E-Mail-Empfänger, dass sich die Ladezeit für eine E-Mail so erheblich erhöhen kann. Aus Sicht der ISPs, die die E-Mails entgegennehmen und den Traffic verarbeiten müssen sind solche großen “Ladungen” vermutlich weniger gerne gesehen, da das Transfervolumen für eine Aussendung sich entsprechend vervielfacht und somit auch mehr Server-Ressourcen beansprucht. Dies kann die Zustellungsrate der großen E-Mails negativ beeinflussen, wenn beispielsweise Volumenfilterungen beim ISP greifen.

Somit müssen Vor- und Nachteile abgewogen werden; bei einer kleinen E-Mail-Verteilergröße und entsprechenden technischen Voraussetzungen ist es aber sicherlich einen Test wert.

Ein paar Beispiele aus der Praxis, bei denen in der E-Mail Bilder mitversendet werden:

40kb / 100kb

Abb. 1: Gmx versendet seine hausinternen Newsletter mit Bildern; E-Mail-Gewicht ohne/mit Bildern: 40kb / 100kb

Die E-Mail von Henkel hat ein Gewicht von 36kb ohne Bilder und 270kb mit Bildern

Abb. 2: Die E-Mail von Henkel hat ein Gewicht von 36kb ohne Bilder und 270kb mit Bildern

Abb. 3: AmbientDesign.com bietet 19kb ohne vs. 65kb mit Bildern

Abb. 3: AmbientDesign.com bietet 19kb ohne vs. 65kb mit Bildern

Abb. 4: Der GetDigital-Newsletter besitzt 5kb ohne und 23kb mit Bildern

Abb. 4: Der GetDigital-Newsletter besitzt 5kb ohne und 23kb mit Bildern

Abb. 5: Freekom-Newsletter mit 6kb ohne und 512kb (!) mit Bildern

Abb. 5: Freekom-Newsletter mit 6kb ohne und 512kb (!) mit Bildern

Fußnoten

[1] Tipp: Die Bibliothek PHPMailer (LGPL-lizensiert) unterstützt unter anderem auch inline attachments bzw. per Content ID (“cid”) referenzierte Bilder auf unkomplizierte Art und Weise (vgl. Code-Beispiel).

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3 Responses to Bilder in E-Mails mitsenden?

  1. interessantes thema, auch wir haben gerade unternehmensintern eine größere diskussion zu diesem thema laufen.

    ich bin eher der meinung, dass die bilder in newsletter nicht eingebettet sollen, weil ich finde, dass es eh schon usus ist, die bilder nachzuladen. die datenmenge bei newslettern mit eingebetteten bildern ist doch um einiges höher als bei referenzierten bildern. damit höhere kosten (bei extrem hohen newsletter-auflagen durchaus ein faktor) und die gefahr, dass der mailserver bei den ISP geblockt wird.

    wie ist eure meinung zu diesem thema?

    • hi roland.. ich würde es sehr gerne im hinblick auf die response bzw. insbesondere clicks & bounces testen, allerdings sind uns aufgrund technischer restriktionen da bereits die hände gebunden… erfahrungsberichte würden mich da auch sehr interessieren.

      sicherlich hast du recht mit der these, dass das nachladen gängig ist; allerdings finde ich persönlich es immer wieder (positiv) überraschend, wenn die bilder direkt “aufpoppen” – auch eine moeglichkeit, aufmerksamkeit im posteingang zu erzeugen. 😉

      und: wenn die email aus vielen großen o. schlecht komprimierbaren bildern besteht, müssen ja theoretisch nicht alle bilder eingebettet werden.

      gibt viele dinge, mit denen man da bei diesem thema spielen kann. aber bei der ganzen diskussion um “bildunterdrückung” geht es häufig unter.

  2. Hi,

    danke für den Artikel! Ich schließe mich mal dem Rene an, was das “ah, da tut sich was” angeht wenn die Bilder gleich geladen werden. Wenn diese “Aus Sicherheitsgründen wurden die Bilder nicht geladen”, mach ich die oft auch nicht auf, da dies einen komischen Beigeschmack hat. Aus Versendersicht sehe ich es aber so, dass einem das Tracking oft flöten geht, aber dafür kann man ja noch die Links tracken, haha.

    Beste Grüße,
    Sven

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