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Statements zur Datenschutznovellierung

Das Bundesdatenschutzgesetz gilt generell für die Erhebung, Verarbeitung und Nutzung personenbezogener Daten (§ 1 Abs. 2 BDSG). In der Regel zählen auch E-Mail-Adressen hierzu. Vor einer Woche wurde die Novellierung des Datenschutzrechts II vom Bundestag beschlossen. Das Ergebnis wandert nun zum Bundesrat und wird dann am 1.9.09 (Novelle II) bzw. am 1.4.10 (Novelle I) in Kraft treten. Die Änderungen sind theoretisch auch für E-Mail-Marketer relevant; praktisch tangieren uns diese aber wenig, da wir ohnehin schon brav – meist sogar doppelte - Einwilligungen einholen bzw. einholen müssen…

Der Deutsche Dialogmarketing Verband (DDV) hat die Änderungen

  1. … zusammengefasst: http://www.ddv.de/downloads/2009/bdsg/Ueberblick_BDSG-Novellen.pdf
    (pdf, 4 Seiten, 34kb)
  2. … in den bestehenden Gesetzestext eingearbeitet, um die Änderungen (farblich hervorgehoben) konkret aufzuzeigen:
    http://www.ddv.de/downloads/2009/bdsg/Gesetzestext_BDSG-Novellen.pdf
    (pdf, 46 Seiten, 260kb)

RA Frank Stiegler, der seit einigen Wochen bei der Agentur rabbit eMarketing tätig ist hat die Novelle im aktuellen Fachartikel Datenschutz im E-Mail-Marketing” aufgegriffen. Ferner sei auch auf das kostenlose Webinar (“rabbinar“) am kommenden Mittwoch, den 15.7.09 um 11:00 Uhr hingewiesen: “Datenschutz, rechtssicher und trotzdem erfolgreich“.

14 Statements von Top-Managern aus der Direktmarketing-Branche zur Novelle hat HORIZONT.net gesammelt. Darunter zwei Einschätzungen zu den Auswirkungen aufs E-Mail-Marketing:

  • R. Anweiler (eCircle):

    E-Mail-Marketing ist schon bisher nur mit einem ausdrücklichen Opt-In des Adressaten zulässig, und an diesem Grundsatz hat sich durch die Neufassung des Bundesdatenschutzgesetzes nichts geändert. (…) Für das weiterhin starke Wachstum des E-Mail-Marketing werden die gesetzgeberischen Restriktionen bei der Briefwerbung … keine große Rolle spielen. ()

  • U. Riek (Riek Direkt Marketing):

    Der Trend E-Mail-Marketing wird sich mit dem Opt-in weiter verstärken. ()

Übrigens…

Parallel tut sich auch in den USA einiges zum Thema Datenschutz. Wie Reuters vor einer Woche berichtete, haben 4 Branchenverbände einen Entwurf für eine (Verhaltens-)Datenschutz-Selbstverpflichtung für Online-Werbetreibende vorgelegt. Diese soll insbesondere die Erfassung & Verarbeitung von Verhaltensdaten für Werbezwecke transparenter machen sowie Kinder unter 13 Jahren besser schützen. Geplant ist die Umsetzung bis Anfang 2010. Die Verbraucher sollen zudem durch eine Informationswebsite (vermutlich à la direktmarketing-info.de) besser aufgeklärt werden.

Download des Entwurfs:
http://www.iab.net/insights_research/public_policy/behavioral-advertisingprinciples

(Via Internetworld.de nach Reuters)

Datenschutz: Großes Misstrauen seitens der Internetnutzer

Die personenbezogene Daten der Konsumenten sollten von Unternehmen geschützt und nur mit hoher Sorgfalt genutzt werden. Nur so kann einerseits das Recht auf informationelle Selbstbestimmung gewährleistet werden und andererseites Vertrauen und Loyalität beim Kunden erzeugt werden. Und für E-Mail-Marketer dürfte es ohne Vertrauen schwer werden, einen leistungsstarken Newsletter-Verteiler aufzubauen…

Wie schaut es derzeit um das Vertrauen in den Datenschutz aus? Zwei jüngste Studien:

W3B / Fittkau und Maaß

Im Rahmen der aktuellen W3B-Studie von Fittkau und Maaß wurde ermittelt, dass die Mehrheit der Internetnutzer beim Onlinekauf Datenmissbrauch befürchten. Befragt wurden hierzu 121.233 deutschsprachige Internetnutzer.

Einige Facts:

  • 56% fürchten Missbrauch persönlicher Daten beim Online-Einkauf, wie die Weiterleitung persönlicher Daten zu Werbezwecken an andere Unternehmen.
  • 45% bemängeln schlechte Möglichkeiten der Qualitätsbewertung
  • 43% fürchten unsicheren Zahlungsverkehr
  • Überraschend: 59% der langjährigen Internetnutzer und “nur” 46% der Internet-Neulinge äußern Datenschutzbedenken
  • 79% empfinden einen Shop nur dann als sicher, wenn der Datenschutz deutlich gewährleistet wird
  • Weniger als 10% gehen davon aus, dass Datenschutzbestimmungen befolgt werden
  • 2/3 fürchten Datenmissbrauch zu Werbezwecken
  • 27% geben an, vor diesem Hintergrund immer oder vorwiegenden unter einem Pseudonym unterwegs zu sein; einige Gründe:
    • 66,1% tun dies, damit sie keine unerwünschte Werbung erhalten
    • 62% deshalb, damit persönliche Daten nicht verkauft werden
    • 52,7% geben Fake-Daten ein, weil unangemessen viele Daten abgefragt werden.

Allensbach

Eine weitere Untersuchung zum Thema Vertrauen beim Datenschutz gegenüber Unternehmen und Staat wurde durch das Institut für Demoskopie Allensbach im Januar 2009 durchgeführt. Befragt wurden 1677 Deutsche ab 16 Jahren. Die Ergebnisse der Umfrage gehen in die gleiche Richtung wie die der W3B-Studie:

  • 82% misstrauen Unternehmen bei der Datenspeicherung
    (nur 8% vertrauen Unternehmen hierbei)
  • 61% sind besorgt um einen ausreichenden Schutz der eigenen Daten.
    (Immerhin 31% machen sich keine Sorgen)
  • 52% sind “in letzter Zeit” vorsichtiger geworden, wenn Daten erhoben werden.
    (24% waren schon immer vorsichtig)


Empfehlungen

Aus der Skepsis, die in den Umfrageergebnissen deutlich wird ergeben sich folgende Empfehlungen für eine nachhaltige Generierung von Newsletterabonnenten:

  1. Sicherheit: Weisen Sie bei der Newsletter-Anmeldung darauf hin, dass die Daten nicht an Dritte weitergegeben werden.
    (“Ihre Daten sind bei uns sicher – versprochen!” oder “Ihre persönlichen Daten sind geschützt!“)
    Nebenbei: Von Formulierungen wie “Ihre Daten werden nicht weitergegeben” würde ich als Texter absehen, da u. U. “… Daten … weitergegeben…” hängen bleibt.
  2. Erwartungen: Kommunizieren Sie klar, zu welchen Themen der Newsletter-Abonnent in welcher Frequenz informiert wird.
    (“Sie erhalten über die Eintragung jeden Sonntag in der Früh Wilmas Kochtipp der Woche.“)
  3. Datensparsamkeit: Erheben Sie bei der Anmeldung nur solche Daten, die Sie tatsächlich benötigen.
  4. Transparenz: Kommunizieren Sie die Datenschutzbestimmungen deutlich, d. h. ohne Verklausulierungen und so, dass diese in jedem Fall zur Kenntnis genommen werden vor der Newsletter-Anmeldung. Exemplarisch:
    Ihr Datenschutz ist uns wichtig. Daher erklären wir genau, was mit Ihren Daten nach der Anmeldung passiert:
    Ihre IP wird gespeichert, um ggf. Missbrauch bei der Anmeldung verfolgen zu können. Das Nutzungsverhalten beim E-Mail-Empfang wird pseudonymisiert und aggregiert protokolliert, um das Newsletter-Angebot verbessern zu können – Rückschlüsse auf einzelne Personen sind hierbei nicht möglich. Jede E-Mail von uns an Sie enthält eine Abmelden-Möglichkeit. Sie können jederzeit der Datennutzung und – speicherung kostenlos widersprechen – schreiben Sie uns einfach eine kurze E-Mail oder rufen Sie an unter 0800- (…)

Weltverbrauchertag: jeder Zweite spart Bares durchs Internet

Sind Sie abergläubisch? Dann habe ich eine gute Nachricht: Freitag, den 13. haben wir mal wieder überstanden. Aber uiuiui: zum 26. Mal jährt sich nämlich am heutigen 15.3. der Weltverbrauchertag, an dem unter anderem die Verbände aktuelle Themen zum Anlass nehmen, einen besseren Verbraucherschutz einfordern. Schlottern die Knie? Ich kann Sie auch hier beruhigen: Im Fokus dieses Jahr stehen nicht etwa Datenschutzskandale aus der Online-Welt sondern die Ursachen und Folgen der Finanz-Krise.

Kurzer Exkurs: Der Weltverbrauchertag basiert auf einer Proklammation von John F. Kennedy im Jahr 1962, in der er damals drei grundlegende Verbraucherrechte einforderte:

  • Schutz vor betrügerischer oder irreführender Werbung
  • Schutz vor gefährlichen oder unwirksamen Medikamenten
  • Recht, aus vielen Produkten mit marktgerechten Preisen auszuwählen.

Ich möchte gar nicht anfangen, von den Datenschutzskandalen der vergangenen Monate zu reden. Nur so viel: klar – hier gibt natürlich es noch einiges zu verbessern (und hier wird sich auch vieles verbessern – “gut Ding will Weile haben“). Konzentrieren wir unsere Gedanken doch – nicht nur im Hinblick auf einen sonnigen Wochenstart – einmal auf das Positive: der Branchenverband BITKOM berichtet beispielsweise, dass per Umfrage mitlerweile bereits 88% der Internetnutzer online eingekauft haben; und 53% der Befragten konnten durch das Internet bei ihren Einkäufen Geld sparen. Das Internet bietet frei verfügbare Preisvergleiche, Kundenrezensionen, Testberichte etc – durch die stetige Zunahme an Markttransparenz nehmen Marktunvollkommenheiten immer weiter ab. Und das eingeforderte Recht auf “marktgerechte Preise” wird so stark unterstützt. Na, wenn das nichts wert ist… Ich glaube John wäre heute ein Fan des WWW gewesen. :-)

Schönen Start in KW 12/09!

PS: … und alles Gute zum 20. Geburtstag, liebes WWW! ;-)

Die Bestätigungs-E-Mail – was sollte sie enthalten?

Campaign Monitor: positives Beispiels für eine Confirmation E-Mail

Campaign Monitor: positives Beispiels für eine Confirmation E-Mail

Es gibt gute und es gibt schlechte Bestätigungs-E-Mails (“Confirmation”) nach einer Eintragung für einen Newsletter. Ich mache mir gerne anhand bestehender Dinge Gedanken über die Themen – hier möchte ich das Beispiel CampaignMonitor zur Hilfe nehmen, da mir die Bestätigungsemail (vgl. Abb.) nach meiner Subscription ganz gut gefiel.

Welche Elemente sind im einzelnen warum positiv herauszustellen?

  1. … thousands of other designers …” beugt einem etwaigen “Kaufkater” ;-) vor bzw. bekräftigt noch einmal die Entscheidung, sich für den Newsletter eingetragen zu haben. Schließlich Continue reading

E-Mails sind unsicher wie Postkarten

Wie der Thailandtip berichtet, müssen scheinbar thailändische E-Mail-Service-Provider alle E-Mails auf Vorrat speichern und der Regierung offenlegen. D. h. der E-Mail-Verkehr wird unter Umständen abgehört. Doch warum in die Ferne schweifen: in Großbritannien steht der Datenschutz durch die geplante Vorratsdatenspeicherung ähnlich unter Beschuss und vom Bundestrojaner wollen wir gar nicht erst reden.

Dies alles verdeutlicht noch einmal die Bedeutung einer Tatsache, die oftmals scheinbar vergessen oder “unter den Teppich gekehrt” wird: bei E-Mails handelt es sich mehr um offen einsehbare Postkarten, als um verschlossene Briefe. Die Inhalte können – sofern sie nicht verschlüsselt sind – auf ihrem Weg durchs Netz von Dritten ohne Probleme gelesen werden. (Vorkehrungen in Form beispielsweise von PGP sind zwar theoretisch da, haben aber kaum praktische Relevanz aufgrund der verschwindend geringen Verbreitung.)

Persönliche Daten gehören nicht in "Auto"-E-Mails

Persönliche Daten gehören nicht in "Auto"-E-Mails

Umso erschreckender ist es, wie viele Dienste auf Anfrage beispielsweise sensible Daten wie Passwörter und Benutzernamen unverschlüsselt per E-Mail versenden. Zum Schutz der Kunden gehören die originalen Passwörter bereits in der Datenbank nicht in Klartext-Form gespeichert – geschweige denn via Postkarte/E-Mail versendet…

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