Tag Archives: email-clients

Short News: Links & Pings vom 12.10.09

  • EU will härtere Spam-Strafen:

    (…) Man sollte aber nicht versuchen, gegen ausländische Anbieter rechtlich vorzugehen – es ist in der Praxis zwecklos. Denn eine deutsche Entscheidung, die man gegen ausländische Spammer durchaus erwirken könnte, wäre im außereuropäischen Ausland kaum vollstreckbar. Im Übrigen ist auch die Vollstreckung deutscher Entscheidungen innerhalb der EU oft ein Trauerspiel.

    schreibt Prof. Dr. Thomas Hoeren in seinem Skriptum Internet Recht auf PDF-S. 269 zu den mageren Strafverfolgungsmöglichkeiten über die Grenzen hinweg. Wie Golem berichtet hat die EU erkannt, dass ein aktiveres Vorgehen gegen unerwünschter E-Mail-Werbung erforderlich ist, was die Zahl der verfolgten Fälle und Höhe der verhängten Strafen zeige. Eine bessere grenzüberschreitende Zusammenarbeit der EU-Staaten untereinander und auch mit den USA ist hierzu nun in der Planung.
    Interessant: “Spam and spyware study SMART 2008/0013” (pdf, 1mb, 92 S.), die nicht zuletzt Einblicke in die landesspezifischen Spam-Regularien innerhalb der EU schafft.

  • 25 Newsletter-Vorlagen:
    Sendcube stellt Interessenten 25 kostenlose und getestete Newsletter-Vorlagen in verschiedenen Layouts zum Download bereit:
    http://www.sendcube.com/features/free_templates.html
    (Via Pixey.de)
  • Seamonkey 2:
    Für die Version 2.0 der Software-Suite inkl. E-Mail-Client ist nun der erste Release-Candidate vorgestellt worden:
    http://www.seamonkey-project.org/releases/2.0rc1
    (Via Heise)

Outlook 2010: E-Mail-Marketer gehen auf die Barrikaden

Outlook 2007 entzürnt E-Mail-Marketer und -Designer bis heute. Liebevoll gestaltete Newsletter verlieren plötzlich ihre Hintergrundbilder und bewegte Bilder weigern sich, abzuspielen. Grund: Microsoft nutzt seit Outlook 2007 Word statt den Internet Explorer als Rendering Engine, um HTML in E-Mails zu interpretieren und darzustellen. Allerdings ist Word eine Textverarbeitung, die für die Darstellung nicht unbedingt praktikabel ist…

Nun kündigte Microsoft an, auch in Outlook 2010 (aktuell noch in der Beta-Phase) wieder auf Word für das Rendering der E-Mails zurückgreifen zu wollen. Aber die E-Mail-Marketing- und Designer-Gemeinde weltweit zückt dieses Mal die Protest-Transparente…

Campaign Monitor und Email Standards Project mobilisieren E-Mail-Marketer weltweit

Campaign Monitor und Email Standards Project mobilisieren E-Mail-Marketer weltweit

… quasi angeführt von Dave Greiner, der vor wenigen Tagen die Bewegung FixOutlook.org () ins Leben rief und die “Betroffenen” um sich scharrt unter dem Motto “Outlook ist kaputt – lasst es uns korrigieren!“. ;-) Mit zahlenmäßig beeindruckendem Erfolg: fast 20.000 haben nach eigenen Angaben das Projekt innerhalb der ersten 24 Stunden getwittert.

Microsoft reagierte im offiziellen Outlook-Weblog (“Outblog“). Hier wird der erneute Rückgriff auf Word damit bergründet, dass

Word enables Outlook customers to write professional-looking and visually stunning e-mail messages.

Weiter heißt es stichelnd in Richtung Dave’s Email Standards Project:

There is no widely-recognized consensus in the industry about what subset of HTML is appropriate for use in e-mail for interoperability. The “Email Standards Project” does not represent a sanctioned standard or an industry consensus in this area.

"The power of Word in Outlook": Unzählige Kommentare der Marketer im Outlook-Blog zum Topic...

"The power of Word in Outlook": In unzählige Kommentaren im Outlook-Blog wird die "Power" infrage gestellt...

Nun ja zumindest wird die (welt)weite Unzufriedenheit seitens der Marketer und Designer, die sich in Form von unzähligen Kommentaren im Outblog in kürzester Zeit niederschlug “wahrgenommen”. Der Outlook Produktmanager Dev Balasubramanian musste zwar aufgrund des Protestansturms (= knapp 27 Stunden Kommentar-Bombardement im Outblog) die Kommentarfunktion final deaktivieren ;-) , äußert sich gegenüber den Initiatoren der Bewegung aber gekonnt diplomatisch (*gähn*):

This conversation alone has reignited the topic within the Outlook and Word teams and in and of itself will contribute to future design considerations… We want to hear feedback on this position, and I’m sure you and your readers will provide it.

Da lag er wohl richtig… ;-)

Kommentar

Wie Mark Brownlow schon schrieb, wird Microsoft höchstwahrscheinlich nicht viel an den Plänen ändern, da die Gruppe der E-Mail-Marketer nunmal nicht die originäre Zielgruppe des Produktes Outlook ist. Allerdings wüsste ich nicht, dass in eben dieser Zielgruppe jemand mehr für das Erstellen von E-Mails benötigt und nutzt, als Standard-Textformatierungen und ggf. das Einfügen von Bildern – und hierfür benötigt es kein Word. Ich dagegen als Marketer würde mich schon freuen, wenn z.B. Videos, die als animierte GIF-Grafiken in Newsletter eingebunden werden, endlich auch in Outlook wieder abgespielt würden. Mit dem Internet Explorer als Rendering Engine wäre dies – wie bei den vorangegangenen Outlook-Versionen – wieder möglich.

Nebenbei: Wie groß ist die Zielgruppe bzw. der derzeitige Nutzerkreis von Outlook 2007 eigentlich? Wenn es keiner nutzt, braucht sich der Marketer schließlich nicht drum kümmern… Laut der aktuellen Blog-Umfrage nutzen 11% Outlook 2007 (n=153, 20.3.-29.6.09). Eigenen Messungen in einem B2C-Verteiler aus der Region Deutschland/Österreich/Schweiz zufolge nutzen 6,33% diesen Client (n=69953 unique Öffnungen). Andere (internationale) Untersuchungen ermittelten ähnliche Marktanteile im B2C-Segment (vgl. vorangegangenen Beitrag). Fazit: Dies ist sicherlich nicht überragend viel, aber auch nicht so wenig, als dass Outlook 2007 bei der E-Mail-Gestaltung vernachlässigt werden dürfte… :-(

Womit betrachten *Ihre* E-Mail-Empfänger die Newsletter?

Im Beitrag “What a Pixel and Cookie Can Reveal” auf ClickZ.com führt Brian Massey eine Menge Informationen auf, die theoretisch aus einem Trackingpixel-Aufruf ermittelt werden können – neben der hauptsächlichen Info, dass eine E-Mail gerendert wurde. Aus der IP-Adresse beispielsweise können interessante Geo-Informationen (z. B. Land, Region, Ort) abgeleitet werden. Und anhand weiterer Infos lassen sich Angaben über die Häufigkeit in der Nutzung der verschiedenen E-Mail-Clients bzw. Webmailer machen.

Gerade Letzteres ist spannend zu wissen (vgl. die beiden Studien aus dem vorangegangenen Beitrag) – oder wäre es nicht etwa zielführend in konkreten Zahlen belegen zu können, welcher Anteil Ihrer Subscriber tatsächlich Outlook 2007 nutzt, dessen restriktive Rendering-Möglichkeiten Sie vielleicht ohne Grund bis dato als kleinsten gemeinsamen Nenner für die Newsletter-Gestaltung heranziehen? Im folgenden kurz und knapp ein Ansatz, wie die Infos zur E-Mail-Client-Popularität in Ihrem Verteiler technisch zu einem gewissen Grad ermittelbar wären. (Im Test – B2C-Verteiler, n=1020 Öffnungen – konnten bislang rund 30% der registrierten Öffnungen konkreten E-Mail-Clients zugeordnet werden.)

gluehbirnen-40411Nebenbei: Wenn Sie Ihren eigenen E-Mail-Verteiler ebenfalls kurz im Hinblick auf die Anteile der (identifizierbaren) Clients/Webmailer untersuchen möchten, wenden Sie sich gerne an mich – siehe Kontaktmöglichkeiten rechts in der Sidebar.

Continue reading

Popularität der E-Mail-Clients: Zwei Untersuchungen

Populatität gängiger E-Mail Clients beim Versand über Campaign Monitor in Feb. 09 (Quelle: CampaignMonitor.com)

Popularität gängiger E-Mail Clients beim Versand über Campaign Monitor in Feb. 09 (Quelle: CampaignMonitor.com)

Der australische Email Service Provider Campaign Monitor veröffentlichte nun die Ergebnisse der Untersuchung “Email Clients Popularity“. Hierbei wurden ca. 250 Mio. E-Mail-Öffnungen aus den letzten 6 Monaten, die im Campaign Monitor-Versandsystem registriert wurden ausgewertet:

http://www.campaignmonitor.com/stats/email-clients/

Die Untersuchung soll in der Zukunft fortgeschrieben werden, um Entwicklungen beobachten bzw. Veränderungen frühzeitig erkennen zu können. Die Auswertungs-Möglichkeit der E-Mail-Client-Verbreitung im Verteiler ist ein neues Feature für Kunden, das Campaign Monitor kürzlich erst vorgestellt hatte.

Litmus: Marktanteile der E-Mail-Clients, B2B (Quelle: litmusapp.com)

Litmus: Marktanteile der E-Mail-Clients, B2B (Quelle: litmusapp.com)

Eine ähnliche Untersuchung führten im September 2008 die Engländer Salted Services durch. Im “Email Stats Report” wurden die Marktanteile der Top-10 E-Mail-Clients bei rund 1 Mio. Business-Empfängern sowie rund 2 Mio. Consumern mit Hilfe des Litmus Fingerprint-Tools untersucht.

Verbreitung der E-Mail-Clients, B2C (Quelle: litmusapp.com)

Verbreitung der E-Mail-Clients, B2C (Quelle: litmusapp.com)

Der Report von Litmus kann hier heruntergeladen werden:

http://litmusapp.com/email-client-stats/email-stats-report.pdf

Doch Vorsicht: Dass die Ergebnisse a.) allgemein und b.) für den deutschsprachigen Raum repräsentativ sind, darf sicherlich bezweifelt werden. Denn:

  • So schön die Auswertungsmöglichkeit auch ist: mehr als jeder 10. Client konnte bei CampaignMonitor – aus welchen Gründen auch immer – nicht erkannt werden.
  • Im deutschsprachigen Raum sind insbesondere gmx.de und web.de von United Internet die Platzhirsche bei den Webmailern; auch t-online, freenet und arcor genießen weite Verbreitung und sind z. B. nicht berücksichtigt.
  • Die Populatität der genutzten E-Mail-Clients variiert laut Campaign Monitor stark unter den untersuchten E-Mail-Listen, so dass eine verallgemeinernde Handlungsempfehlung schwierig ist – es kommt auch den Einzelfall bzw. den einzelnen E-Mail-Verteiler an. David Greiner von CampaignMonitor schrieb hierzu im Blog:

    The most surprising thing we discovered building this report was just how different the results looked for different senders. Even companies in very similar industries still showed some big differences.

  • Die Messung erfolgt anhand des Öffnungspixels; einige E-Mail-Clients blockieren standardmäßig externe Grafiken oder können per se keine HTML-Mails darstellen, andere (z. B. Outlook 2002 und das iPhone) nicht. Die Statistik wird so zuungunsten der “Bildunterdrücker” verfälscht.

Insgesamt sollten die Ergebnisse der Untersuchungen daher zur Kenntnis genommen, aber nicht unbedingt als Basis für die Optimierung der eigenen Mailings verwendet werden. Hier kommt der Versender nicht darum herum, die Verteilung der E-Mail-Clients idealerweise in der eigenen Liste zu testen oder zumindest eine entsprechende Studie für den deutschsprachigen Raum abzuwarten. Lars Müller, Geschäftsführer von Webworx hatte im vorangegangenen Beitrag angemerkt, dass für die E-Mail-Lösung sitepackage:// aus Deutschland an einem Fingerprinting gearbeitet wird.

Generell dürfte es interessant sein, die Entwicklung der E-Mail-Client-Popularität im Zeitablauf über die CampaignMonitor-Reportings zu verfolgen.