CSA: Neues zum Sender++-Logo und weitere Pläne

Rechtsanwalt Sven Karge, Fachbereichsleiter Content bei der Initiative Anti-Spam des eco Verbands äußerte sich in Nico Zorns E-Mail-Marketing-Blog unter anderem zu den Plänen der Certified Senders Alliance (CSA), der zentralen Positivliste (“Whitelist”) für E-Mail-Versender im deutschsprachigen Raum.

Zum Artikel:
http://www.emailmarketingblog.de/2009/05/20/interview-sven-karge-ueber-die-certified-senders-alliance/

Aus dem Inhalt:

  • Was gibt’s Neues zum geplanten Sender++-Logo (siehe vorangegangener Artikel)?
  • (Für wann) Ist eine Ausweitung der Positivliste auf weitere (internationale) ISPs, wie z.B. AOL geplant?

OLG Hamm: Werbung für Versicherungs-Policen an Autohäuser ist Spam

Gemäß deutschem Wettbewerbsrecht (§ 7 Abs. 2 Nr. 3 UWG) ist Werbung per E-Mail oder Fax als unzumutbare Belästigung verboten, wenn keine Einwilligung des Adressaten – egal ob B2C oder B2B – vorliegt. Das OLG Hamm hat im Urteil vom 19.03.2009 (Az.: 4 U 179/08) entschieden, dass E-Mail-Werbung für Versicherungs-Policen an Autohäuser ohne ausdrückliche Einwilligung unlauterer Spam ist.

Begründung:

  1. Fehlende Einwilligung: Öffentliche Preisgabe der E-Mail ist hier keine ausdrückliche und auch keine mutmaßliche Einwilligung
  2. Branchenfremdheit: keine Werbung für Autos, sondern für Versicherungsprodukte
  3. Keine bestehende Kundenbeziehung

(Via Dr. Bahr.com)

Globale Studie zu den Maßnahmen zum E-Mail-Verteileraufbau 2009

Der E-Mail-Software-Spezialist ExactTarget veröffentlichte die Ergebnisse der “2009 Email List Growth Study“. Im Rahmen der globalen Studie wurden 351 Online-Marketer zwischen dem 18.2.09 und 03.03.09 zur Beurteilung von 18 Taktiken zur E-Mail-Adressgenerierung hinsichtlich Quantität, Qualität, ROI und zur Planung der Taktiken im Vergleich zum Vorjahr befragt.

Zur Studie:
http://email.exacttarget.com/Resources/Whitepapers/ListGrowth.html
(pdf, 30 Seiten, 2.7mb, kostenlose Registrierung erforderlich)

Rangliste der 18 beliebtesten Maßnahmen zur E-Mail-Adressgenerierung (Quelle: ExactTarget)

Rangliste der 18 beliebtesten Maßnahmen zur E-Mail-Adressgenerierung (Quelle: ExactTarget)

Auszug aus den Ergebnissen und Empfehlungen:

  • Organisches Wachstum funktionierte am besten. D. h. Taktiken, bei denen der Kunde/Besucher den Dialog mit dem Anbieter/Versender initiiert, sind weitaus beliebter als andersrum. Hierzu zählen die Permission-Generierung über die Webseite, das Inbound-Callcenter sowie der Point-Of-Sale in der Filiale (vgl. Abbildung).
  • Mit 46% planen fast die Hälfte der Befragten den Einsatz von Share-With-Your-Network (SWYN)-Features in 2009 – im Jahr zuvor waren es nur 13%.
  • Die Nutzung von so genannten “Mobile Capture“-Maßnahmen, bei denen die User ihre E-Mail-Adresse plus Permission via mobilem Endgerät “simsen”, um im Gegenzug Vorteile (z. B. einen Sofort-Rabatt in der Filiale) zu erhalten wachsen in 2009 um fast 500% gegenüber dem Vorjahr.
  • Erfolgreiche Strategien für das Listbuilding beinhalten mehrere Maßnahmen (“Diversifikation“), die allesamt permanent getrackt, überwacht und bewertet werden.
  • Ferner ist es essentiell, einen (Gegen-)Wert für die Herausgabe der E-Mail-Adresse zu schaffen und klar zu kommunizieren.

Emarsys: Jeder Zweite verstärkt E-Mail-Marketing in der Krise

Der österreicherische E-Mail-Marketing-Dienstleister Emarsys veröffentlichte die Ergebnisse der Umfrage “E-Mail Marketing in Krisenzeiten“, die der Frage, welche Auswirkungen die aktuelle Wirtschaftskrise auf das E-Mail-Marketing hat nachging. Es wurden 248 Fragebögen ausgewertet, die über die Abonnenten des emarsys-Newsletters vom März 2009 generiert wurden.

Zur Studie:
http://www.emarsys.net/u/nrd.php?p=VzzjMBLNFI_9221_136131_239_108
(pdf, 13 Seiten, 450kb, kostenlose Registrierung erforderlich)

Auszug aus den Ergebnissen:

  • Krisengewinner: jeder Zweite (50,82%) setzt E-Mail-Marketing in 2009 während der Krise verstärkt ein
  • 95% der Befragten halten E-Mail-Marketing für kosteneffizient
  • Aber 28% sind sich nicht sicher, ob E-Mail-Marketing resultatsfördernd ist (Zur Messung der Ergebnisse vgl. vorangegangener Artikel)
  • Für mehr als die Hälfte (55%) ist E-Mail während der Krise das ideale Medium

0mg: Email ‘n Walk fürs iPhone

Meine Mutter hat mit PCs nichts am Hut und fürchtet sich quasi vor Mäusen. Entsprechend kann Sie nicht nachvollziehen, wie man täglich stundenlang tippend davor sitzen kann. Früher quittierte Sie das Unverständnis mit einem lakonischen “… sitzt du schon wieder vor der Kiste?!” – “uhum… *chips_geräusch*“.

Heute kann ich dies glaube ich nachvollziehen. Ich ertappe mich gerade bei dem Gedanken, wie ich meinen Kopf dabei schüttel, dass ich meine Kinder morgens mit einem iPhone vor den Augen E-Mail-tippend zur Schule gehen seh. Alles möglich, dank Email ‘n Walk fürs iPhone:

Email 'n Walk Applikation für das iPhone

Email 'n Walk Applikation für das iPhone

… genial! 😀

(Via LifeHacker.com)

Newsletter-Ausgaben auf Abruf aus dem Online-Verzeichnis

Die newsletter.ag Agentur GmbH stellt mit rundum-newsletter.de ein neuartiges Newsletter-Verzeichnis bereit. Das Verzeichnis enthält nicht lediglich die Links zur Registrierung für einen Newsletter, sondern stellt dessen Inhalte online zum Abruf bereit.

Vorteil für die User: Interessierte können sich hier online die aktuellen (und vergangenen) Newsletterausgaben von bestimmten Brands oder zu bestimmten Themen anschauen, ohne sich selbst mit der eigenen E-Mail-Adresse für einen Newsletter registrieren zu müssen.

Vorteil für die Marketer: Neben der Möglichkeit, ein kostenloses Newsletter-Archiv zu erhalten, können E-Mail-Marketer sich hier eine ganze Menge Anregungen in Sachen Newsletter-Gestaltung (“Gallerie“) holen und natürlich ein wenig Marktbeobachtung betreiben.

Rundum-Newsletter erinnert ein wenig an EDS-Alerts mit dem Unterschied, dass der Fokus nicht auf E-Mail-Marketer liegt und der Service öffentlich zugänglich ist. Aber vielleicht werden im Zeitablauf ja noch ein paar Features hinzugefügt… 😉

(Via ECIN)

Soziale Netzwerke per E-Mail promoten – 2 Beispiele

Die Verknüpfung von E-Mail und sozialen Netzwerken gilt bei vielen Experten als einer der Mega-Trends im E-Mail-Marketing für 2009. In der Praxis ist dies bei den Marketern selbst allerdings bislang nur bei jedem 10. angekommen.[1] Woher rührt die Diskrepanz? Fürchten sie um ihren Job, weil die Netzwerke E-Mails zunehmend verdrängen? Wäre kaum begründet – versuchen Sie exemplarisch mal, einen Account in einem Netzwerk ohne E-Mail-Adresse zu eröffnen… 😉 Eine andere Hypothese wäre, dass die “alten Hasen” im Business sich selbst nicht groß in Facebook, MySpace & Co. bewegen (quasi “fehlender Bezug“) und sich aus zeitlichen (oder anderen) Gründen die ergänzenden Potenziale fürs Marketing dort noch nicht vergegenwärtigen konnten.

Anbei zwei kleine Beispiele aus der Praxis, bei denen die eigenen Präsenzen in den sozialen Netzwerken via E-Mail dediziert bzw. als Primärbotschaft beworben wurden. Vielleicht ergibt sich hieraus für den ein oder anderen eine gewinnbringende Idee…? 🙂

1. Shoeline.com: Facebook Fan-Gruppe

Shoeline-Stand-Alone-Mailing für Facebook-Promotion (Quelle: StyleCampaign.com)

Shoeline-Stand-Alone-Mailing für Facebook-Promotion (Quelle: StyleCampaign.com)

Anna Yeaman berichtete kürzlich im Blog StyleCampaign.com über ein Stand-Alone-Mailing von Shoeline.com. Das Mailing (vgl. Abb. 1) bewarb einzig die entsprechende Fan-Gruppe bei Facebook (“Click … to become a member”). Der exklusive Nutzen für den Leser wurde in Agenda-Form wie folgt aufgeführt:

  • Montags: “Trend Report” mit einem der großen Trends der Saison
  • Dienstags: “Sieh sie angezogen” – die Schuhe virtuell per Video “anziehen” bzw. angezogen in Aktion sehen
  • Freitags: “Stil Spotlight” – die neusten oder am meisten verkauften Produkte
  • Exklusive Gutscheine und Rabatte” (z. B. Spar-Events anschließen, die nur Facebook-Fans zur Verfügung stehen)
  • Und noch “mehr” Dinge wie Rezensionen, Blogs oder Links, die sonst nirgendwo zu finden sind

(Relativer) Erfolg des Mailings: +46% Mitgliederzuwachs in der Facebook-Fangruppe (auf derzeit rund 450 Mitglieder). Wie sieht die Fangruppe aus? Ein Bild sagt ja bekanntlich mehr als tausend Worte…

Zunächst die Landingpage des Mailings ohne Login bei Facebook:

Abb. 2: Shoeline & Facebook: die Seiten "Shoeline.com" und "Just Fans"

Abb. 2: Shoeline & Facebook: die Seiten "Shoeline.com" und "Just Fans"

Nach dem Login :

Shoeline & Facebook: Nach dem Facebook-Login werden unter anderem Web 2.0 Features angezeigt

Abb. 3: Shoeline & Facebook: Nach dem Facebook-Login werden unter anderem Web 2.0 Features angezeigt

2. X-Men Origins: Weapon X

Zum Kinostart von X-Men Origins: Wolverine versendete 20. Century Fox Stand-Alone-Mailings, in denen above-the-scroll eine Anwendung (“Bau dir deine eigene Waffe X”) beworben wurde: das Weapon X-Spiel. Die User in den sozialen Netzwerken (genauer: Facebook sowie MySpace) konnten sich die Anwendung aktivieren, miteinander hierüber interagieren (genauer: gegeneinander “zocken”) und so mit dem Gegenstand der Promotion in stetigem Kontakt bleiben. Drei Bilder für einen Eindruck:

Mailing: "Build your own weapon x" auf Facebook oder MySpace

Mailing: "Build your own weapon x" auf Facebook oder MySpace

Die Landingpages auf Facebook und MySpace:

Weapon X-Application bzw. -Widget - Landingpage auf Facebook bzw. MySpace

Weapon X-Application bzw. -Widget - Landingpage auf Facebook bzw. MySpace

Das Spiel (Charakter-Erstellung):

X-Men Origins: Das Spiel im sozialen Netzwerk Facebook

X-Men Origins: Das Spiel im sozialen Netzwerk Facebook

Fußnoten

[1] Vgl. z. B. die aktuelle Studie “E-Mail-Marketing Trends 2009” von Absolit, nach der nur etwa jeder 10. E-Mail-Marketer das Thema “Social Networks” auf dem Radar hat.

Absolit: Studie E-Mail-Marketing Trends 2009

Aktuelle Themenschwertpunkte bei E-Mail-Marketern (Quelle: Absolit.de)

Aktuelle Themenschwerpunkte bei E-Mail-Marketern (Quelle: Absolit.de)

Die Analysten von Absolit veröffentlichten eine Kurzversion der StudieE-Mail-Marketing-Trends 2009“. Im Rahmen der Studie wurden Abonnenten des Absolit-Newsletters im März 2009 zu den gegenwärtigen Trends im E-Mai-Marketing befragt (n=94 Fragebögen). Die Studienergebnisse werden in ihrer Gesamtheit von Torsten Schwarz auf dem Email Marketing Summit in München vorgestellt.

Auszug aus der Kurzversion:

  • Das Thema Soziale Netzwerke ist bis dato nur bei rund jedem 10. präsent (vgl. Abbildung)
  • Im Fokus stehen hauptsächlich das Erarbeiten interessanter Inhalte (73%) sowie der Ausbau des E-Mail-Verteilers (67%)
  • Begrüßungsmails sowie Optimierung durch Tests führen die geplanten Maßnahmen an

Zur Kurzversion der Studie:
http://www.absolit.de/EmailTrends

Versandzeitpunkt: Mit Send-Time-Optimization im Posteingang ganz nach oben

Wann ist der optimale Versandzeitpunkt für E-Mails? Montags um 17:34:22 Uhr oder Sonntags um 15:42 Uhr? Oder gibt es ihn gar nicht… ist er bloß ein Phantom, den E-Mail-Experten geschaffen haben, um in der Vermarktung spezifisches Fachwissen vorzutäuschen? 😉 Loren McDonald hat im Email Insider einige Gedanken hierzu niedergeschrieben, die mal wieder sehr sehr lesenswert sind…

Zum Artikel:
http://www.mediapost.com/publications/?fa=Articles.showArticle&art_aid=105576

Die Keynotes:

  • Angesichts der vielen Einfluss-Faktoren ist der Gedanke, dass es den einen allgemeinen, besten Versandzeitpunkt für alle gibt, abwegig.
  • Abtrahiert ist der beste Versandzeitpunkt der Zeitpunkt, an dem jeder einzelne Empfänger mit höchster Wahrscheinlichkeit Response liefert, also konsistent E-Mails öffnet und klickt.
    Vor diesem Hintergrund zwei Fallstudien, die weitere Optimierung durch Automatisierung aufzeigen:

    • Ein Händler sendete Trigger-E-Mails 75 Minuten nachdem ein Warenkorb im Shop aufgegeben wurde. Falls keine Fortsetzung des Einkaufs erfolgte, ging eine zweite Trigger-Mail zu dem Zeitpunkt raus, an dem die erste E-Mail geöffnet wurde.
      → +400% Konversions-Rate
    • Encyclopedia Britannica versendete E-Mails mit individuellen Versandzeitpunkten für jeden Empfänger, der jeweils auf Basis des Öffnungs- und Klick-Verhaltens des Empfängers in der Vergangenheit berechnet wurde (so genannte “Send Time Optimization“).
      → bis zu +46% (50%) Öffnungsrate (Klickrate)

Klingt auf jeden Fall extrem spannend! Wer bietet sowas an?

Nachtrag:
… wer hätte es gedacht – Silverpop selbst bietet es an (und gab dem Feature den Namen): 😉

An industry first, users can elect to send a mailing at the time most conducive to achieving opens and clicks based on prior recipient behavior saved within the database. In addition, Silverpop can auto-populate this list item for each recipient based on past behaviors such as time of open. And send time optimization takes the guesswork out of delivering messages across multiple time zones.

Nachtrag 14.5.09: Datenschutz

In der Xing Gruppe “Internet Marketing” wurde noch einmal herausgestellt, dass die aktuelle Datenschutz- oder Einwilligungserklärung für den E-Mail-Versand bei den meisten Marketern eine derartige Nutzer-Profilierungen nicht abdecken wird. Denn beim Einholen der Permission müsste theoreitsch ausdrücklich auf die Protokollierung des Öffnungsverhaltens hingewiesen oder – bei pseudonymisierten Nutzerprofilen – zumindest ein Widerrspruchsrecht dagegen eingeräumt worden sein. Vgl. hierzu auch den Beitrag “Datenschutzrechtliche Vorgaben” von T. Schafft (via Advisign).

Nachtrag 20.12.17: STO im Eigenbau
In diesem Beitrag stelle ich einen Algorithmus vor, anhand dessen sich optimale Versandzeitpunkte auf Empfängerebene berechnen lassen.

Weitere Artikel in der Kategorie “Versandzeitpunkt”: http://emailmarketingtipps.wordpress.com/category/versandzeitpunkt/

Off-Topic: Reduktion auf Erreichbarkeit oder Anstieg leiblicher Gegenüberstellung…?

bolz_vs_wischmeyer

Tja wo geht die Reise denn nun hin…? Norbert Bolz sagt:

Der Körper und seine Gegenwart werden [durch die technischen Medien] für das Funktionieren unserer Gesellschaft immer unwichtiger. Was zählt ist Erreichbarkeit, nicht Anwesenheit; was zählt ist Funktion, nicht Substanz.

Dietmar Wischmeyer beobachtet dagegen in “Wischmeyer’s Schwarzbuch – Meeting”, dass

parallel zum Anstieg des elektrischen Geblubbers … das
Bedürfnis nach leiblicher Gegenüberstellung [steigt] (…)