Outlook: neue Spam-Filter-Signaturen

E-Mail gestern “de moi”:

“Lieber Kunde, haben Sie den Test-Versand [Anm. d. R.: für Ihre Kampagne in unserem Newsletter] erhalten und können wir so versenden?”

Antwort des Kunden heute morgen:

“Habe die Mail leider erst jetzt gesehen, da Sie [sic] in meinem [Anm. d. R.: Outlook 2007] Spam-Ordner gelandet ist.”

Kennen Sie als Versender diese Szene? Outlooks inhärenter Spam-Filter scheint irgendwie ein Mysterium zu sein… Ich möchte dem Algorithmus keine “Willkür” unterstellen oder Onkel Bayes Theorem anzweifeln, aber manchmal… 😮 Nun gut – vielleicht ändert sich etwas durch die aktualisierten Spam-Signaturen, die Microsoft vor wenigen Tagen als Patch herausgegeben hat.

Zum Download:

  • Neue Spam-Signaturen für Outlook 2007 (KB959634)
  • Neue Spam-Signaturen für Outlook 2003 (KB959614)

Text-Branding: Wiedererkennungswert auch ohne Bilder

Erkennen die Abonnenten Ihres Newsletters selbigen auf Anhieb im E-Mail-Posteingang? Wenn Sie den Gedanken reflektieren, bedenken Sie dabei bitte die folgenden vier Fakten:

  1. Dem E-Mail-Versender stehen nur wenige Sekunden zur Verfügung, um Aufmerksamkeit beim Leser zu erzeugen und ihn zum Lesen des Newsletters zu bewegen.
  2. In vielen Clients werden externe Bilder im Newsletter aus Datenschutzgründen standardmäßig nicht angezeigt, sondern müssen erst auf Knopfdruck vom Leser nachgeladen werden.
  3. Der Leser sieht oft zunächst nur einen kleinen Ausschnitt (ca. die ersten 200 Höhen-Pixel) des Newsletters im Vorschaufenster seines Clients.
  4. Bekanntheit und Vertrauen in den Absender sind einer Studie von ReturnPath [pdf, 400kb, 9 Seiten] zufolge die Haupteinflüsse bei der Entscheidung eines Lesers, eine E-Mail zu öffnen und zu lesen oder nicht.[1]

Wer beim Leser mit ansprechenden Newsletter-Betreff und vertrautem Absender-Namen die “erste Hürde” im Posteingang in Richtung Aufmerksamkeit genommen hat, sieht sich anschließend der nicht minder schwierigen zweiten Hürde gegenüber – es gilt…

  • möglichst ohne Zuhilfenahme von Grafiken,
  • auf engstem Raum und
  • innerhalb kürzester Zeit

… Vertrauen und Wiedererkennungswert zu schaffen, um zum Lesen zu animieren. Dienlich hierfür ist unter anderem die Nutzung von Zeichen, Designs und Symbolen zur unverwechselbaren Identifikation des Newsletters (Neudeutsch: “Branding“). Anbei einige – wie ich finde – elegante und “entspannte” Lösungen (im Screenshot jeweils Newsletter sowie Website/”Corporate Identity”), die einen schnellen Wiedererkennungswert allein auf der Basis von Text- und Farb-Markierungen schaffen:

)”Campaign Monitor)
EDS Alert

Abb. 2: EDS Alert

Gratisproben.com-Newsletter

Abb. 3: Gratisproben.com-Newsletter

Die Beispiele mögen zunächst unscheinbar wirken, aber vielleicht ist es – getreu dem Motto “weniger ist mehr” – einmal eine Anregung, einen Split-Test oder gar ein Redesign wert…

(… to be continued… 🙂 …)

Fußnoten

[1] Vgl. Return Path Third Annual Holiday Email Consumer Survey, Return Path, Januar 2007, S. 3.

[2] Vgl. Campaign Monitor.

Studie: Soziale Netzwerke ergänzen E-Mail – Beispiel Papa Johns

Interessante Ergebnisse liefert eine aktuelle Web.de-Studie mit dem Titel “Das Kommunikationsverhalten von Nutzern im Internet“.1 Zentrale Feststellung: Soziale Netzwerke und Instant Messaging-Dienste ergänzen die Kommunikation, ersetzen den Dienst “E-Mail” aber nicht. Das die ergänzende Wirkung auf sehr kreative Weise durchaus möglich ist, zeigt das Beispiel Papa John’s unten.

Doch zunächst einige Ergebnisse der Studie:

  • Adoption: Ca. 100% (ca. 50%) besitzen eine E-Mail (Social-Network) Account
  • Nutzungsintensität:
    • 81,9% (49,1%) nutzen E-Mail (soziale Netzwerke) pro Woche mehr als 1 Stunde
    • 50,3% (18,1%) nutzen E-Mail (soziale Netzwerke) mehrmals täglich
  • Alter: Je Älter, desto mehr geht die Nutzung von Sozialen Netzwerken zurück bzw. nimmt die Nutzung von E-Mail zu. Ein Alter von 25 Jahren wird als “Schallmauer” festgestellt.
  • Wunsch nach Konvergenz: Fast 70% würden sich eine integrierte Kommunikation wünschen.

Wie dem auch sei: jeder Marketer sollte sich der teilweise Verschiebung der Consumer-Präferenzen gewahr sein (vgl. auch Hinweis auf Simms Jenkins Artikel). Diese Verschiebung ist keine Hypothese sondern bereits Tatsache, was sich manigfaltig manifestiert. Plakatives Beispiel meiner Wenigkeit: mein Freundes- und Bekanntenkreis aus dem Rock-Bereich kommuniziert zunehmend über MySpace, wo auf der Profil-Seite direkt die neusten Demo-Songs veröffentlicht werden können. Facebook scheint sich zunehmend für – im Vergleich zu Xing und LinkedIn – lockeres Business-Networking als Ergänzung zu etablieren. Hier gibts im Gegensatz zu E-Mail keinen kaum Spam, die Dienste sind durch die Funktionalitäten und Individualisierbarkeit “sexy”; die E-Mail mutet dagegen eher etwas angestaubt an.

Wer sich der Verschiebung gewahr ist, kann sich im nächsten Schritt auf die Suche nach den neuen Potenzialen und Möglichkeiten machen, die diese Entwicklung bietet. Ein Beispiel: Der US-Pizza Service Papa John’s lobte für jeden Facebook-Fan der Kette einen Gutschein-Code für eine kostenlose Pizza aus. Um den Code zu erhalten, musste der User – nachdem er Fan der Facebook-Gruppe wurde – auf der Papa John’s-Website seine E-Mail-Adresse bestätigen. Im Ergebnis hatte die Kette so zwei Opt-Ins gewonnen – eins für die Kommunikation über Facebook, eins für E-Mail. Das soziale Netzwerk hat den E-Mail-Kanal somit auf kreative Weise ergänzt.

(Via wuv.de)

Fußnoten

1 Vgl. Details der Studie vom 10.2.09 via W&V Media. Im Rahmen der repräsentativen Studie von Web.de wurden 1000 Probanden befragt.

CSS-Support deutscher Freemailer

sitepackage:// hat die CSS-Unterstützung einiger im deutschsprachigen Raum verbreiteter Freemailer unter die Lupe genommen. Im Vergleich mit dabei:

  • GMX
  • Freenet
  • Web.de
  • Hotmail
  • Yahoo

Das Tutorial ist in zwei Teile gesplittet und hier abrufbar:

(Via EmailMarketingBlog.de)

Email Evolution Conference 2009 in Arizona

Im Westin Kierland Resort in Scottsdale, Arizona findet vom 9. – 11.2.09 die 2. Email Evolution Conference (EEC) des Email Expericne Councils statt. Dies bedeutet für alle namhaften US- (und teilweise auch europäischen) Email-Marketer: Austausch über neuste Statistiken, Forschungsergebnisse, Fallstudien und Strategien, bis es im zerebralen Kortex knackt… 😉

Besonderes Bonmot: Wer als Hörer artig durchhält und mind. 5 von 8 Vorträgen bei je einem der drei Hauptthemengebiete besucht hat, erhält dafür dann auch sein “eec Certificate of Completion” und kann damit in der “Experience Hall” angeben (vgl. Broschüre [pdf, 729kb]). Das Zertifikat der Vollendung entspricht übrigens in etwa einem Level 70 Magier bei World of Warcraft (sorry, aber den konnte ich mir nicht verkneifen 😀 ).

Spaß beiseite: Wer einen Vorgeschmack über die mitunter interessanten Insights der Teilnehmer bekommen möchte, kann unter dem Hashtag #EEC bei Twitter nachschauen.

Interessante Twitter-Kanäle sind z. B.:
http://twitter.com/eROI
http://twitter.com/lorenmcdonald

10 triftige Gründe für E-Mail-Marketing

Kürzlich bestätigten bereits zwei Studien die Beliebtheit und hohe Zufriedenheit mit dem E-Mail-Marketing-Kanal im Online-Mix. Und gerade in Zeiten, in denen große Unsicherheit bzgl. der zukünftigen Wirtschaftsenwicklung herrscht und jeder investierte Werbe-Euro einen konkret messbaren Erfolg liefern sollte wird es imho Zeit, die E-Mail als Werbeträger noch einmal verstärkt in den Fokus der Werbetreibenden zu rücken. Warum?

10 wirklich gute Gründe für E-Mail-Marketing , die für eingefleischte Fans des Faches natürlich nichts Neues sind, aber bei denen es sich – auch für diese “Spezies” – immer wieder einmal lohnt, sich derer zu vergegenwertigen:

  • Effizienz
    Bei Kampagnen, die über E-Mails ausgeliefert werden entstehen im Vergleich zu anderen Werbeträgern (TV, Radio, Print, Mailing, …) sehr geringe Kosten (ggf. Datenerhebung/-buchung, Versand, Werbemittelgestaltung, …). So kann ein gegebene Ziel “Übermittlung der Werbebotschaft” mit weniger Mitteleinsatz erreicht werden, als etwa bei klassischen Medien. Dies ermöglicht zudem eher Werbemaßnahmen für geringwertige Güter und Dienstleistungen oder die einfache Qualifizierung neuer Leads.
  • Effektivität
    Dadurch, dass beim E-Mail-Adressdatenbestand häufig eine hohe Profiltiefe vorliegt (Selektionskriterien wie Geschlecht, Alter, Ort/Region, Interessen, …), sind ex ante spezifische Kernzielgruppen einer Kampagne genau abbildbar. Streuverluste der Werbemaßnahmen werden minimiert. Ex post können mit wenigen Mausklicks Segmente, wie z. B. Nicht-Öffner und/oder -Klicker zur nachträglichen Optimierung eines eMailings gebildet werden. Beim Vergleich mit einer klassischen Anzeigenbuchung oder einem Postmailing wird schnell deutlich: dies ist ein weiterer starker Vorteil des Kanals E-Mail-Marketing.
  • Hohe Responseraten
    Die durch das eMailing forcierte Handlung kann ohne Medienbruch von dem E-Mail-Empfänger ausgeführt werden. Per Mausklick landet der Leser im Shop und kann sich dort informieren oder direkt den Kauf abschließen. Daher sind höhere Response-Raten zu erwarten, als etwa bei einem klassichen Postmailing, das möglicherweise nach dem Lesen zur Seite gelegt, später vergessen und unbeachtet weggeschmissen wird.
  • Schnelle und genaue Messbarkeit
    Kennziffern wie Öffnungsrate, Klickrate, Konversionsrate etc. bieten eine optimale Informationsbasis für ein nachhaltiges Controlling. Der Erfolg eines Mailings ist im Verlgleich zu anderen Medien weitaus transparenter messbar. Somit ist eine genaue Planung, Maßnahmensteuerung und Erfolgskontrolle möglich. Ferner liegen die (ersten) Ergebnisse eines eMailings bereits wenige Stunden nach dem Versand für eine erste Auswertung oder Optimierungen vor.
  • Interaktivität
    E-Mails bieten einfache und unkomplizierte Möglichkeiten, einen Dialog mit dem Kunden aufzubauen und so z. B. die Bindung zum Kunden zu stärken. Antwortmöglichkeiten auf die E-Mails, interaktive Formulare, anklickbare Objekte – “Dialog-Marketing” im wörtlichen Sinne.
  • Aktualität
    Während Postmailings in der Regel eine gewisse Vorlaufzeit besitzen (Konzept, Gestaltung und insbesondere Druck), können eMailings auch sehr kurzfristig erstellt und ferner sehr flexibel angepasst/aktualisiert werden.
  • Akzeptanz
    Hypothese: Trotz der Problematik unerwünschter Mails (= fehlende Relevanz) sind E-Mails beliebter bei den Empfängern, als z. B. Postmailings oder Fernsehwerbeblöcke. Bei Desinteresse wird die E-Mail vom Empfänger einfach weggeklickt und/oder abbestellt. Das Postmailing dagegen wird mit schlechter wahrgenommenener ökologischer Qualität plus dem Gedanken, dass die (sinnlose) Werbemaßnahme zum Nachteil des Lesers auf den Preis umgewälzt wird, in den Abfalleimer befördert. Bei Interesse an der Werbebotschaft des eMailings können zudem bequem per Mausklick auf der Landigpage weiteres Infos eingeholt werden (siehe “hohe Responseraten” oben).
  • Multimedialität
    E-Mails können Texte, Bilder, Diagramme, Fotos und – bedingt – sogar auch Videos enthalten und somit Werbebotschaften auf viele Arten transportieren.
  • Breite Funktionalität
    Leadgenerierung, Neukundengewinnung, Abverkaufssteigerungen, Branding für die Marke, Awareness für ein neues Produkt, Loyalitätsmanagement, Zufriedenheitsbefragungen usw. – die Möglichkeiten des E-Mail-Kanals sind sehr breit gefächert.
  • Einfache Optimierungsmöglichkeiten
    Durch Absender und Betreff wird die Öffnungsrate maßgeblich beeinflusst; ein anderer Call-To-Action beeinflusst möglicherweise die Klickrate positiv. Mit einfachen Änderungen solcher schlichten Parameter, die jeder vornehmen und in Rahmen von Split A/B-Tests auf die Erfolgswirkung testen kann, können eMailings bereits einfach aber nachhaltig optimiert werden. Im Gegensatz z. B. zur Suchmaschinen-Optimierung gibt es hier keine “großen Google-Geheimnisse”, da die Veränderung eines Parameters sich direkt nach dem Versand in Zahlen ausdrückt.

Diese Gründe sprechen doch für sich, wie ich finde. 🙂

Postbox: öffentliche Beta 1.0b7 des E-Mail-Clients verfügbar

Postbox-Inc.com)

Postbox: Konversationsansichten erleichtern den Überblick (Quelle: Postbox-Inc.com)

Der neue E-Mail-Client Postbox (vgl. vorangegangene Beiträge hier und hier), der mit einigen sehr interessanten Features aufwarten kann ist nun auch als öffentliche Beta 1.0b7 für Windows (Vista und XP) sowie Mac OS X (Tiger 10.4 and Leopard 10.5) verfügbar.

Zum Download:
http://www.postbox-inc.com

Lycos Mail-Shutdown: Domain-Liste

In einer Woche, also am 15.2.09 wird Lycos Europe seinen Mail-Dienst einstellen (siehe vorangegangener Beitrag). Im WordOfTheWise-Blog wurde eine Liste mit Domains veröffentlicht, deren MX-Record auf die Mailserver von Lycos zeigen. Diese Domains (darunter 16 de-Domains) können (müssen aber nicht) von der Schließung des Dienstes somit ebenfalls betroffen sein.

Die Liste:
http://blog.wordtothewise.com/2009/01/lycos-europe-shuts-down/

SEAmail: semantischer statt adressbezogener E-Mail-Versand

Technology Review)

SEAmail-Oberfläche (Quelle: Technology Review)

SEAmail (SEA steht für “semantic e-mail addressing”) und ist ein Projekt der Stanford University Logic Group. Das System soll Kontext erkennen können und so den Versand von E-Mails dahingehend vereinfachen, dass technische Details der Adressaten wie E-Mail-Adressen oder Namen irrelevant werden und stattdessen Rollen und andere Merkmale in den Vordergrund rücken. Die Spezifikation der Adressaten erfolgt über SEAmail eher in Suchabfragen-Form, z. B. “an den Online-Marketing-Manager von Peugeot aus Deutschland”. Im Hintergrund verwalter jeder potenzielle Empfänger seine Daten auf dem SEAmail-Server selbst. Offen sind aber noch eine Reihe Fragen bzgl. Sicherheit und Missbrauch…

Details zum SEAmail-System:
http://logic.stanford.edu/sharing/papers/sea-ic.pdf
(pdf, 320kb, 8 Seiten)

(Via Technology Review)

Gravenreuth erhält 14 Monate staatliches Pensionat

Die Juristerei sorgt nicht selten für kollektives Kopfschütteln bei Online-Marketern, z. B. wenn bereits das Zusenden einer Double Opt-In-Mail, die best-practice beim Opt-In ist und unerwünschte E-Mails unterbindet, als unzumutbare Belästigung im Sinne des § 7 Abs. 2 Nr. 3 UWG klassifiziert wird. Dieser “Missstand” ist einer in IT-Kreisen ungeliebten Person jetzt zum Verhängnis geworden. Denn nun ist es wohl amtlich: Gravenreuth darf wegen vollendeten Betruges gegenüber der Berliner Tageszeitung taz für 14 Monate ins Kittchen. Und alles begann eben mit einer simplen Double Opt-In Mail vor ein paar Jahren…

Die Chronik1:

  1. 2006: Gravenreuth mahnt taz.de ab, nachdem er sich durch die Double Opt-In Mail für den angebliche nicht bestellten Newsletter in unzumutbarer Weise belästigt fühlte.
  2. Das Landgericht Berlin Continue reading