OLG Frankfurt: Arglistige Täuschung bei Abofallen

In 2. Instanz stellte am 4.12.08 nun das OLG Frankfurt in den zwei seit September 2007 andauernden Verfahren (Az. 6 U 187/07 und 6 U 186/07) vom DSW gegen Genealogie Ltd. und NETContent Ltd. fest: Bei den Angeboten werden die User arglistig getäuscht im Sinne des § 123 BGB.

Das Gericht folgte weitestgehend der Auffassung des Klägers: in beiden Fällen liegt ein Verstoß gegen das Irreführungsverbot sowie die Preisangabenverordnung vor. Preisangaben müssten deutlich lesbar, leicht erkennbar und eindeutig dem Angebot zuordenbar sein. In den konkreten Fällen Continue reading

Postbox: neue private Beta 1.0b6 erschienen

Für den vielversprechenden neuen E-Mail-Client “Postbox” (vgl. vorangegangener Beitrag) ist eine neue private Beta-Version 1.0b6 mit einigen Verbesserungen bzgl. Darstellung, Suche, Phishing-Filter und mehr erschienen.

Zur Website des Projektes:
http://postbox-inc.com/

Die Beta wird derzeit nur an die Newsletter-Empfänger verteilt und ist somit nicht direkt downloadbar. Eine öffentliche Beta wird aber laut den Entwicklern in Kürze erscheinen:

Thanks for your participation in the Postbox private beta program and expect an announcement on the public beta “soon”!

… was auch immer unter “soon” zu verstehen ist.

Das Programm selbst macht jedenfalls spontan einen sehr guten Eindruck und scheint die Vorteile von Mozille Thunderbird, das ich privat nutze, und Microsoft Outlook 2007 mit Xobni-Plugin, das ich beruflich nutze, zu vereinen.

Ich bin sehr gespannt, wie die Adoptionsraten der Software nach dem public release sein werden.

PS: Was mir in diesem Zusammenhang noch einfällt… wer sich fragt, warum es vermutlich eine “private Beta” ist, der sollte sich das jüngste Interview mit Seth Godin anschauen: 😉

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=Q6vpBDFoMqc]

Inbox: Hervorhebung der persönlichen Anrede

Hervorhebung der persönlichen Anrede

Abb. 1: myPrinting.de: Hervorhebung der persönlichen Anrede

Gerade trudelte ein Mailing von myPrinting.de via adRom in meinem Posteingang ein (vgl. Abb. 1). Auch wenn es mit der Ersetzung der Variablen beim Versand scheinbar nicht so ganz geklappt hat (“(…), Herr/Frau Nachname, bald ist wieder Valentinstag.”) – die Hervorhebung der Anrede durch die blaue (bzw. wahrscheinlich bei Frauen pinke) Hintergrundfarbe sowie den Rahmen finde ich gelungen und ist mir einen Tipp wert.

Bedeutung der Anrede

die Anrede geht unter

Abb. 2: Yves Rocher: Anrede geht unter

Nichts liest der Leser lieber, als seinen Namen“; vom Anstand und der Wertschätzung des Lesers ganz abgesehen – durch eine Anrede wirkt die E-Mail persönlicher und der Leser fühlt sich direkt angesprochen. Somit gelingt es eher, eine Brücke zwischen Werber und Leser zu schlagen und die Werbebotschaft dringt besser durch. Nur was nützt es, wenn die persönliche Anrede unter geht und nicht wahrgenommen wird (vgl. Abb. 2)… Durch eine Hervorhebung wie in Abb. 1 kann ein positiver Effekt auf die Aufmerksamkeit nahezu sichergestellt werden.

Die Formatierung der Anrede aus Abb. 1 in HTML zum Testen:

<span style="background-color: #8DD4F9; border: black 1px solid;
font-size: medium;"><font size="4">
SALUTATION LASTNAME</font></span>

Simms Jenkins über die E-Mail-Marketing-Trends 2009

Simms Jenkins, Buchautor und CEO von BrightWave hat vor zwei Tagen einen lesenswerten Artikel über die kommenden Trends im E-Mail-Marketing in der iMedia Connection veröffentlicht.

Die Hypothesen:

  1. E-Mail ist zunehmend eine “Ehe” zwischen Werbung und Datensammlung sowie -auswertung, wobei es insbesondere Erfolg zu definieren und ex-post-Analysen durchzuführen gilt.
  2. Für eine gezielte Nachrichtenübermittelung muss E-Mail um die komplementären Kanäle Mobile und soziale Netzwerke ergänzt werden.
  3. Die Konsumenten substituieren ihre klassischen E-Mail-Posteingänge durch neue Formen, wie z. B. den Facebook-Account.
  4. 2009 wird das Jahr der invidivuellen Einstellungen wie Format, Frequenz, Plattform, …
  5. E-Mail ist eine zunehmend spezialisierte Marketing-Form, die als solche behandelt werden muss.

Zum Artikel:
http://www.imediaconnection.com/content/21914.asp

Befragungen: E-Mail mit gutem ROI und höchster Verbreitung im Mix

MarketingSherpa.com)

ROI, Nutzung und Budgetierung verschiedener Online-Marketing Instrumente (Quelle: MarketingSherpa.com)

MarketingSherpa und ad:tech präsentieren die Ergebnisse ihrer Jahresend-Umfrage 2008 unter mehr als 1.200 Marketern aus ihrer Leserschaft bzgl. der Budget-Pläne für 2009. Im Ergebnis bewerten mehr als 40% der Befragten eigene E-Mail-Verteiler mit einem sehr guten ROI. Ferner beansprucht dieses Instrument im Vergleich z. B. zu Bannern und SEM sehr viel weniger Budget – ein Grund dafür, dass das hausinterne Listen von mehr als 90% der Befragten genutzt werden und damit am populärsten unter allen Instrumenten sind. Im Unterschied dazu rangiert die Werbeplatzierung in hausexternen Listen auf den hinteren Rängen: dies wird zwar von mehr als der Hälfte der Befragten genutzt, aber nur etwa jeder 12. berichtet über ein gutes Verhältnis von Ertrag zu Mitteleinsatz.

Absolit)

Online-Instrumente: Zufriedenheit und Verbreitung (Quelle: Absolit)

Zu einem ähnlichen Ergebnis kam die kürzlich durchgeführte Befragung “Online-Marketing-Trends 2009” von 473 Online-affiner Unternehmen durch Absolit und Rogator, die seit 2006 jährlich vorgenommen wird. Im Ergebnis gehört E-Mail-Marketing mit der zweitmeisten Verbreitung von rund 90% und gleichsam zweitbester Zufriedenheit von rund 65% der Befragten klar zum Pflichtprogramm für 2009.

Details zur Umfrage von MarketingSherpa und ad:tech unter:
http://www.marketingsherpa.com/article.php?ident=31037
(Öffentlich zugänglich bis zum 11.2.09)

Die Ergebnis-Übersicht der Absolit-Befragung:
http://www.absolit.de/PDF/Online-Marketing-Trends-2009.pdf
(pdf, 12 Seiten)

Im Dialog mit der Nigeria Connection

E-Mails von der Nigeria Connection (“Nigerian Fraud”, “491er”) sind ja immer wieder spannend… nicht. HerrschendeMeinung.de macht sich gerade mal die Mühe zu schauen, wie die Schnitzeljagd nach der Million nach einer Antwort auf eine solche Scam-Mail beginnt…

Zum kurzen Artikel:
http://www.herrschendemeinung.de/(…)Der-zweite-Schritt.html

Yeah! Auf nach Holland! 😎

Kabinett beschließt Entwurf für sichere De-Mails ab 2010

Nach den Plänen im Herbst 2008 macht das Bundesinnenministerium nun Nägel mit Köpfen: das Kabinett beschloss den Gesetzentwurf (pdf, 48 Seiten, 250kb) zur Regelung von Bürgerportalen. Bürgerportale

(…) bilden eine elektronische Kommunikationsplattform im Internet, deren Dienste (…) das Internet als Mittel für rechtsverbindliches und vertrauliches Handeln ausbauen. Bürgerportale (…) ermöglichen eine sichere Anmeldung, die Nutzung eines Postfach- und Versanddienstes für sichere elektronische Post (…). Ein Bürgerportal wird von einem nach diesem Gesetz akkreditierten Diensteanbieter betrieben.1

cio.bund.de)

Was ist De-Mail? (Quelle: cio.bund.de)

Die Infrastruktur – “De-Mail” getauft – soll in Deutschland ab 2010 also den rechtssicheren E-Mail-Versand ermöglichen. Jeder soll über akkreditierte Dienstanbieter nach persönlicher Identifizierung (z. B. durch Vorlage des Persos) ein @de-mail.de-Postfach eröffnen können. Der De-Mail-Versand erfolgt verschlüsselt. Auf Wunsch kann der Absender sich eine beweiskräftige Bestätigung der E-Mail-Zustellung beim Empfänger zusenden lassen. Für den Versand und ggf. für die Eingangsbestätigung muss der Absender ein Porto bezahlen.2 Die Preise wird voraussichtlicher der Wettbewerb zwischen den Dienstleistern bestimmen.3

Weitere geplante Dienste im Zusammenhang mit den Bürgerportalen sind der Dokumentensafe De-Safe sowie der Ident-Nachweis-Service De-Ident.

Die Bürgerportale sind Teil des eGovernment 2.0-Programms der Regierung.

Tja… wird Herr Dr. Schäuble bei De-Mail & Co seine digitalen Öhrchen spitzen?

Fußnoten

1 Vgl. Entwurf eines Gesetzes zur Regelung von Bürgerportalen und zur Änderung weiterer Vorschriften, 02/09, S. 1.
2 Vgl. Heise-Meldung.
3 Vgl. FAQ zur De-Mail vom Beauftragten der Bundesregierung zur Informationstechnik.

Outlook verhunzt Geburtstags-Kuchen

Wikipedia)

Wegmans (Quelle: Wikipedia)

Bei Wegmans, einem Lebensmittel-Händler in den USA kann der Kunde per E-Mail zur Internet-Bestellung eine Nachricht mitsenden, die seine leckere Backware zieren soll. Soweit, so gut. Aber was passiert mit Mitteilungen, die a.) vom Kunden mit Outlook versendet werden, b.) verwirrenderweise zweisprachig aufgesetzt sind und c.) von einem gestressten Wegmans-Mitarbeiter per Copy/Paste “bearbeitet” werden?

Das hier:

labnol.org)

Outlook-Kuchen (Quelle: labnol.org)

Da ist die Freude doch sicher groß – jedenfalls in der Blogosphere. 😉

(Via Basic Thinking nach labnol.org)

Panda Security: 9/10 E-Mails in 2008 waren Spam

Kürzlich veröffentlichte der Sicherheitsspezialist Panda Security den Spam-Bericht für das vergangene Jahr 2008. Die Analyse von rund 430 Mio. E-Mails, die im Zeitablauf bei Unternehmen aufschlugen brachte unter anderem folgende Ergebnisse zutage:

  • Nur 8,4% der E-Mails waren legitim
  • 89,88% der E-Mails waren Spam
  • 1,11% der E-Mails enthielten bösartigen Code

Die Details sind hier nachzulesen:
http://www.pandasecurity.com/(…)/viewnews?noticia=953(…)

OLG Schleswig: Streitwert bei Spam muss auch Breitenwirkung und Häufigkeit berücksichtigen

Interessantes von Internet-Und-Recht.de: Die Bemessung des Streitwertes bei Spam-Mails wird ja generell in der Rechtsprechung unterschiedlich gehandhabt. Die Festsetzungen

“… reichen von 350,– EUR … bis zu 15.000,– EUR …”.1

Das OLG Schleswig stellte am 5.1.09 fest, dass bei der Streitwertbemessung für Spam-E-Mails

(…) nicht nur die Belästigung (…) durch das notwendige Durchlesen, Sortieren und gegebenenfalls Löschen der E-Mails, sondern auch die Breitenwirkung und die Häufigkeit von Spam-Mails zu berücksichtigen [sind], die in ihrer Gesamtheit das Ausmaß der Belästigung erst bestimmen.

Der Kläger hatte sich im vorliegenden Fall zudem noch eine automatische SMS-Benachrichtigung bei eingehenden E-Mails eingerichtet und somit bei der Spam-Mail zusätzlich eine SMS erhalten. Ein solche

(…) SMS-Benachrichtigung über eingehende E-Mails verstärkt die Belästigung des Empfängers durch eingehende Spam-E-Mails.

Für die Spam-Mail und die SMS wurde ein Streitwert von 4.500,– EUR festgelegt.

PS: In Irland ging die Regierung kürzlich einen Schritt weiter. So wurde Ende letzten Jahres ein Gesetz auf den Weg gebracht, das Spammern  schon etwas empfindlichere Geldstrafen von bis zu 250.000,– EUR oder 10% des Spam-Umsatzes auferlegen kann.

(Via medien-internet-und-recht.de)

Fußnote

1 Vgl. MIR 2009, Dok. 022 [pdf], S. 2.